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Wolf Röhricht – ein Virtuose des Aquarells
Sonderausstellung von HAUS SCHLESIEN im Kloster Leubus in Schlesien ab 24. Mai 2008
Das Oeuvre des 1886 in Liegnitz geborenen Malers Wolf Röhricht weist eine große Vielfalt sowohl bezüglich der Maltechnik als auch der Motivwahl auf. Röhricht malte in Öl und fertigte Lithographien an, sein besonderes Interesse galt aber seit jeher der Aquarellmalerei. Seine Aquarelle zeichnen dadurch aus, nur die wesentlichen Züge zu erfassen, die Interpretation erfolgt durch die Farben. Die Körperlichkeit reduziert Röhricht stark zugunsten der Farbe, gibt sich aber nie ganz der Abstraktion hin. Sein ausgeprägter Stil brachte ihm gleichermaßen Anerkennung von Kritikern wie von Laien.
Obwohl Röhricht schon früh eine starke Affinität zur Kunst hatte, begann er, dem Wunsch seiner Eltern folgend, 1905 zunächst ein Jurastudium, das er 1913 in Greifswald mit einer Promotion abschloß. Bereits während seines Studiums in München hielt er sich fast ebenso häufig in der Malschule von Heinrich Knirr auf, wie in den Hörsälen. Auf Studienreisen nach Frankreich entstanden während seiner Ausbildungszeit erste Landschaftsaquarelle. Es folgte, unmittelbar nach dem Studienabschluß, ein Aufenthalt an der Académie Julian in Paris, wo er Unterricht bei Pierre Bonnard und Edouard Vuillard nahm. Die Aufenthalte in Frankreich und die Entdeckung von Cézanne und Matisse waren für Röhricht prägend. Noch in seinen späteren Werken sind die Einflüsse der großen französischen Maler spürbar. In Berlin schloß sich Röhricht 1913 der Berliner Sezession an und war bereits ein Jahr später mit drei seiner Werke auf deren Ausstellung vertreten. Seine erste Einzelausstellung folgte 1916, erste Ankäufe seiner Werke durch die Nationalgalerie erfolgten 1919. Der rasche Erfolg machte den Künstler schnell auch im Ausland bekannt. In den zwanziger und dreißiger Jahren führten ihn zahlreiche Reisen u. a. nach Frankreich, Italien, Skandinavien, Ägypten und Tunis. Die Eindrücke dieser Reisen hält er in Ölbildern, Aquarellen und Lithographien fest. Seit 1926 lehrte Röhricht an der Malschule des Vereins Berliner Künstler, seit 1930 unterrichtete er im Auftrag des Kulturministeriums berufsmäßige Künstler und Kunstlehrer. Ein großer Teil seiner Bilder wurde am Ende des Zweiten Weltkrieges in das Stadtschloß Kuchelberg bei Liegnitz ausgelagert und ging verloren. 1945 verließ Röhricht das kriegszerstörte Berlin und zog nach Garmisch-Partenkirchen. Dort schloß er sich der Neuen Sezession in München an und wirkte im Vorstand des Münchner Haus der Kunst am Wiederaufbau des kulturellen Lebens mit. 1950 nahm er als einziger deutsche Künstler an der Internationalen Kunstausstellung des Carnegie-Instituts in Pittsburgh/USA teil, wo man ihn zu den fünfzehn besten deutschen Malern zählte. Am 29. September 1953 starb Wolf Röhricht in München. Ein großer Teil seines Nachlasses befindet sich seit fünfzehn Jahren im Bestand des Museums von HAUS SCHLESIEN. Bereits 1997 und 2003 wurde das Werk des Künstlers in zwei Sonderausstellungen gewürdigt. Unter variierender Schwerpunktsetzung wurde eine Auswahl seiner Werke präsentiert. Die Ausstellung im Kloster Leubus legt den Focus auf die Aquarelle des Künstlers und hier insbesondere auf die Landschaftsdarstellungen.
Das Aquarell spielte in der künstlerischen Biographie Röhrichts eine besondere Rolle. Hier entwickelte er im Laufe der Jahre eine spezielle Technik und erzielte damit große Erfolge. Vor allem die Berglandschaften zogen den Maler immer wieder in ihren Bann. Oft malte er bei frierender Kälte, dass die Aquarellfarbe gefror. Im Atelier lenkte er die tauenden Farbkristalle in die richtigen Bahnen und es entstanden auf dem Papier fein verschwimmende Konturen. In einem Artikel in der Deutschen Zeitschrift für Maltechnik erläuterte er 1944 einige seiner Kniffe und bemüht sich vor allem mit dem Vorurteil aufzuräumen, dass Aquarelle von geringerem künstlerischen Wert seien als Ölbilder.
Die Sonderausstellung im Kloster Leubus wird am Samstag, dem 24. Mai 2008 um 15.00 Uhr eröffnet und ist die Sommermonate über täglich zwischen 9.00 Uhr und 18.00 Uhr im Rahmen der stündlich stattfindenden Führungen durch das Kloster zu besichtigen.
Ehem. Zisterzienserkloster Leubus PL 56-110 Lubiąż www.fundacjalubiaz.org.pl (IV-XI: 9-18 Uhr, XX-III: 10-15 Uhr)
deutschsprachige Gruppenführungen auf Anmeldung im: Haus Schlesien Dollendorfer Straße 412 D 53639 Königswinter-Heisterbacherrott Tel. +49/ 22 44/ 88 62 31 Fax +49/ 22 44/ 88 62 30 www.hausschlesien.de/leubus e-mail: museum@hausschlesien.de
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