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Fern von gebildeten Menschen, am Ende des Reiches….. Reise nach Oberschlesien vom 10. bis 17. Juni 2007
Diese Sätze hat Johann Wolfgang von Goethe der Knappschaft der Friedrichsgrube in Tarnowitz während seiner Schlesienreise im Jahre 1790 ins Buch geschrieben.
Die diesjährige Frühsommerreise, die erstmals als kombinierte Flug- und Busreise durchgeführt wurde, führte die Gruppe des Vereins HAUS SCHLESIEN nach Oberschlesien. Hindenburg, Gleiwitz, Plawniowitz, Carlsruhe, Oppeln, Lamsdorf, Neisse, Ottmachau, Grottkau, Groß Stein, St. Annberg, Lubowitz, Dt. Krawarn, Troppau, Groß Rauden, Ratibor, Pleß, in das Salzbergwerk in Wieliczka und Krakau und ein Besuch des Erzbergwerks in Tarnowitz waren die Stationen dieser Reise.
In Oberschlesien befindet sich das Siedlungsgebiet der deutschen Volksgruppe in Polen, die dort ca. 250.000 Köpfe zählt und maßgeblich das politische Leben in der Wojewodschaft Oppeln bestimmt. Um einen besseren Überblick über die Lage der in Schlesien verbliebenen Deutschen zu bekommenm, fanden viele Gespräche statt. Besucht wurde das Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit in Gleiwitz, der deutsche Radio-, und Fernsehsender "Schlesien Aktuell", der Verband der deutschen Gesellschaften in Polen (VdG), das Oberschlesische Eichendorff-Kultur- und Begegnungszentrum in Lubowitz , der Verband der Deutschen im Hultschiner Ländchen sowie das Vizekonsulat in Oppeln. Einen Höhepunkt bildete ein Empfang beim Erzbischof Dr. Alfons Nossol.
Das Jahr 2007 ist zum Eichendorff-Jahr erklärt worden - am 26. November jährt sich der 150.Todestag des Dichters. Eine Wanderung auf seinen Spuren bildete einen weiteren Schwerpunkt der Reise. Neben seinem Geburtsort Schloß Lubowitz wurden die zeitweise zum Besitz der Familie von Eichendorff gehörenden Schlösser in Deutsch Krawarn, Tost und Slawikau sowie die wiederhergestellte Wassermühle in Bresnitz besucht. Ein Besuch seines Grabes in Neisse gehörte selbstverständlich auch dazu.
Das Salzbergwerk in Wieliczka und Krakau, die alte polnische Hauptstadt mit der Marienkirche und dem weltberühmten Altarbild von Veit Stoß machten auf die Besucher einen nachhaltigen Eindruck. Am letzten Tag erfolgte eine längere Exkursion durch ein Erzbergwerk in Tarnowitz, wo die erste Dampfmaschine auf dem europäischen Kontinent stand. Unser vor Ort gecharterter Bus brachte uns am Sonntag zum Flughafen Kattowitz zurück, und nach einer Flugzeit von ca. 80 Minuten betraten wir in Köln wieder deutschen Boden.
Text: Adrian Sobek Fotos: Helga Brandt
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Aufstieg zur Schneekoppe (13.09.07)
Diesmal muß es klappen! Ein Jahr zuvor sah ich zum ersten Mal den langen Gebirgszug des Riesengebirges von einem vorgelagerten Höhenrücken aus weit in den klaren Himmel aufsteigen, mächtig und verlockend: Dort oben muß ich einmal stehen! Nun soll mein Traum im Rahmen der großen Schlesienrundfahrt (durchgeführt von Haus Schlesien, 04.09 -15.09. 2007) in Erfüllung gehen, so hoffe ich.
Das sonnige Wetter auf der Hinfahrt verheißt Gutes. Unser Leiter, Herr Sobek, warnt jedoch: Die Neisse sei oft eine Wetterscheide. Hoffentlich ist das ein Scherz, denke ich. Leider kommt es später gerade so: Über der Neisse zieht sich der Himmel grau zu. Er öffnet sich auch in den nächsten Tagen kaum: Dichte Wolken, gelegentlich Regen, den unsere mitgeführten Schirme zum Glück fast stets vertreiben können. Eine geplante Oderfahrt fällt aus: Die Oder schwillt wegen der weiter im Süden nieder gehenden sehr starken Regenfälle gefährlich an.- Bleibt die Schneekoppe wolkenverhüllt, unerreichbar?
Gelegentlich bricht die Sonne durch das Grau und läßt Hoffnungen neu keimen. Ein wunderbar sonniger Spätnachmittag taucht Breslau mit seinen gotischen Häusern, den sich verzweigenden Oderarmen, den umströmten idyllischen Inseln und ihren zahlreichen, in der Oder sich spiegelnden gotischen Kirchtürmen in ein verklärendes, romantisches Licht. Wunderbar spiegelt sich auch die lange, barocke Front der einst weltberühmten Universität. Über allem wölbt sich ein barocker Himmel voll leuchtender Wolkenberge vor tiefblauem Grund. Dieses friedliche, besonnte Bild sauge ich- auf einer vom Abendlicht überstrahlten Bank am Oder-Ufer sitzend- lange in mich ein.-- Breslau, Du überaus Schöne!
Als es am nächsten Morgen dem Riesengebirge entgegen geht, begleiten uns wieder niedrig hängende Wolken. Wieder tritt die Sonne nur zögernd hervor. Die Schneekoppe ist verdeckt. Nur wenige wollen den Aufstieg zum Gipfel wagen. Trüb und grau beginnt der entscheidende Tag. Der Bus fährt uns der verhangenen Gebirgs-wand entgegen, dann durch dunkle Täler bis zum Lift. Gondeln schaukeln uns immer höher in graue Nebelschwaden hinein. Zuletzt tragen die Füße weiter in eine verhüllte Bergwelt hinauf. Nur hellgraue, verlorene Stille umfängt mein tiefes Atmen. Weit vor mir im Nebel schemenhaft zwei Gestalten, die sich gleich mir immer höher hinauf kämpfen. Sonst ist nichts zu sehen, nicht rechts, nicht links. Ein Vers von Hermann Hesse fällt mir ein:
Seltsam, im Nebel zu wandern, einsam ist jeder Busch und Stein, kein Baum sieht den andern, jeder ist allein.
So ein Reinfall, denke ich, und stapfe trotzig vor mich hin, immer weiter ins Leere hinauf. Der Blick hängt am Boden zur Sicherung der Tritte. So merke ich nicht, wie es heller wird. Plötzlich im Licht! Ich blicke hoch: Vor mir und über mir ein aufreißender, gleißend weißer, sich durcheinander wälzender Wolkenschaum, dann rechts neben mir ein steil ansteigender granitener Geröllberg , hoch droben im blau-weiß strahlenden Himmel einige Bauten im Sonnenlicht. Der Gipfel! Jetzt gehen die letzten Schritte ganz leicht.
Sie gehen in den blauen, von Wolkenfetzen durchzogenen Himmel hinein. Richtung Schlesien erscheinen tief unten Täler, die in der Ferne in das unendlich weite, flache schlesische Land übergehen. Fast 1500 Meter unter mir! Hinter mir dehnt sich ein grenzenlos weites, weißes Wolkenmeer, über das der Gipfel wie ein Schiffsturm hinausragt. Die Wolken stürmen gegen Schlesien an, zerfließen in tiefes Blau hinein, werden zahm und geben den Blick frei. O Täler weit, o Höhen! - Welch unvergeßliche Sicht!
Auf dem Gipfel gibt es ein Hallo´ mit den anderen unserer kleinen Truppe. Beim Abstieg öffnet sich die ganze, großartige Bergwelt, sehe ich klar, wo ich vorher nur im Nebel herum getappt bin. Die Hosentasche beschwert ein weißer Stein von der Schneekoppe ganz oben. Und dann geht diese gelungene Reise zu ende: Mit Dank, auf Wiedersehen!
K.Spallek
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