Deutsches Kultur- und Bildungszentrum e.V.

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Schlesische Projekte

1. Denkmaltag Niederschlesiens – Europäischer Denkmaltag
Samstag und Sonntag, 17. und 18. September 2004

Am 17. und 18. September 2005 ist jeder eingeladen, nach Schlesien zu kommen und ausgewählte Objekte dieser reichen Kulturlandschaft näher und aus vielfach ungewöhnlicher Perspektive kennenzulernen.
Leitobjekte des diesjährigen polnischen Schwerpunktthemas „Schlösser, Park und Gärten“ werden u.a. Schloß Erdmannsdorf im Hirschberger Tal und Schloß Brieg sein. In Jauer und Schweidnitz werden nicht nur die Friedenskirchen als UNESCO-Welterbestätten, sondern auch unbeachtetere Objekte zu besuchen sein. Nach Vorarbeiten von HAUS SCHLESIEN ist seit Mitte März 2005 das Riesengebirgsmuseum Hirschberg im Auftrag des Niederschlesischen Marschallamtes für die Planung in Niederschlesien zuständig. Auch für die anderen schlesischen Woiwodschaften gibt es Programmvorschläge. Vielleicht ist das Angebot zuviel für einen Besuch an allen Stationen, aber bestimmt wird sich vielerlei Interessantes finden, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

Programm



Jauer Friedenskirche

Schwerpunkt Holzbau

  • Friedenskirchen Jauer/Jawor und Schweidnitz / świdnica

Nach dem Dreißigjährigen Krieg entstanden auf der Basis des Westfälischen Friedensvertrages für die Protestanten große Holzfachwerkbauten in den habsburgischen Erbherzogtümern Schlesiens. Sie waren Mittelpunkte des kirchlichen Lebens und wurden prächtig ausgestattet. Mehrere tausend Gläubige konnten dort den Gottesdienst feiern. Die beiden erhaltenen Anlagen wurden im Dezember 2001 als erste Denkmäler Schlesiens in die Welterbeliste der UNESCO eingetragen. Seit Anfang der 90er Jahre gibt es umfangreiche konservatorische Arbeiten, bei denen deutsche und polnische Organisationen partnerschaftlich zusammenarbeiten.

Termine:
Jauer
, Sonntag, 19. September, 10:00*, 14:00 und 16:00 Uhr
Schweidnitz, Sonntag, 19. September, 11:00, 13:00*, 15:00 Uhr
 

  • Regionalmuseum Jauer / Jawor

Das Regionalmuseum der mittelschlesischen Stadt Jauer präsentiert u.a. zahlreiche mitteralterliche Epitaphien und Skulpturen in stilvollen Umfeld der ehemaligen Klosterkirche. Auch Zunftgegenstände zeugen vom Gewerbefleiß der Stadt. Die Restaurierungswerkstatt des Museums hat die Zunftwappen der Friedenskirche restauriert. Bei der Führung werden Maßnahmen zum Schutz von Malerei und gefaßter Skulptur erläutert.

Termine:
Sonntag, 19. September, 11:30* und 14:30 Uhr

Leubus Oderansicht

  • Kloster Leubus / Lubiąż

Das niederschlesische Zisterzienserkloster Leubus gehört zu den großen barocken Klosteranlagen Europas. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde die Anlage an der Oder als prächtige Abtei neu errichtet. Die imposante Fassade mit 223 m Länge und 116 m Breite ist weithin sichtbar. Im und nach dem 2. Weltkrieg hat die Anlage sehr gelitten. Zu den neuen Nutzungsformen gehört seit dem Jahre 2000 die Ausstellungstätigkeit von HAUS SCHLESIEN. Weite Teile der Anlage sind normalerweise noch nicht zugänglich. Führungen lassen besondere Einblicke zu, so in das Dachgeschoß, über dem sich sechs Hektar Ziegeldach befinden.

Termine:
Sonntag, 19. September, 11:00, 14:00 und 16:00* Uhr
 

  • Tirolerhäuser / Erdmannsdorf

Der preußische König Friedrich Wilhelm III. nahm das Hirschberger Tal ab 1832 zum Sommersitz. Evangelische Glaubensflüchtlinge aus Tiroler erhielten dort auf seine Veranlassung 1838 eine neue Heimat. In alpenländischer Bauweise entstanden zahlreiche kombinierte zweigeschossige Wohn- und Wirtschaftsgehöfte. Einer der Blockholzbauten beherbergt heute als „Dom Tyrolski“ ein Restaurant und eine Ausstellung. Ausgehen von diesem Bau wird Geschichte und Gegenwart dieser besonderen Holzbauten durch den Verein für schlesische Kunst und Kultur (VSK) erläutert.

Termin:
Sonntag, 18. September, 11:00* Uhr
 

 

Industriebauten

zuckerfabrik

  • Zuckerfabrik Weizenrodau/Pszenno

Seit Beginn des 19. Jahrhunderts gibt es zahlreiche schlesische Standorte für die Herstellung von Zucker aus heimischen Rüben. Hervorragende Böden und eine verbesserte Rübenzucht sind dafür die Basis. Doch auch die stets verbesserten Produktionsfertigkeiten und eine hochentwickelte schlesische Maschinenbauindustrie tragen zur Leistungsfähigkeit der Zuckerindustrie in Schlesien bei. Seit kurzem gehören die maßgeblichen Fabriken der Region zum Südzucker-Konzern. Die Führungen machen mit der Geschichte am traditionsreichen Standort nahe Schweidnitz und seinen modernen Produktionsbedingungen vertraut.

Termine:
Samstag, 18. September, 10:00, 13:00 und 15:00* Uhr

[Weizenrodau liegt an der Fernstraße Breslau - Schweidnitz, ca. 3 km vor Schweidnitz an der Ortsdurchfahrt.]
 

 

  • Porzellanfabrik Königszelt / Jaworzyna ślaska

Zu den traditionsreichen Porzellanfabriken Schlesiens gehört die heutige Firma „Karolina“ in Jaworzyna ślaska. Im Jahre 1860 begann in der Gemeinde, die nach Friedrichs Zeltlager im Siebenjährigen Krieg benannt war, die Porzellanherstellung. Der Schnittpunkt mehrere Eisenbahnlinien begünstigte den Aufstieg. Um 1910 war Königszelt die zweitgrößte Aktiengesellschaft der deutschen Porzellanindustrie. Die guten und formschönen Gedecke fanden sich in vielen Haushalten, Hotels, Gaststätten und Kantinen. Einige Produkte fanden sogar Anerkennung auf Pariser Weltausstellungen. Das Kriegsende 1945 brachte nur eine kurze Produktionspause. Die polnische Gesellschaft firmiert seit nunmehr 50 Jahren unter dem Namen „Karolina“.

Termine:
Samstag, 18. September, 10:30 und 12:30 Uhr
 

  • Oderbrücken Steinau / ścinawa

Die Geschicke von Steinau waren früher noch stärker durch die Oder bestimmt als heute. Am Durchbruch des Flusses durch den Schlesischen Landrücken war stets ein Übergang. Vorgeschichtliche Funde deuten auf die Siedlung hin, die 1202 erstmals als Stinay bezeichnet wird. Bereits 1348 wird das herzogliche Recht zum Brückenbau gewährt, die bis zum Gefecht im Dreißigjährigen Krieg 1632 bestand. Bis 1858 mußte man auch hier die Fähre benutzen, erst dann entstand wieder eine feste Flußquerung. Auch bei der heutigen Brücke wurde für die Benutzung bis 1924 ein Brückenzoll erhoben. Weitere Brücken entstanden ab 1873 für die Breslau-Stettiner Eisenbahn. Die Steinauer Brücken weisen Besonderheiten auf: Es sind die einzige dreigleisige Eisenbahn- und die älteste erhaltene Straßenbrücke entlang der Oder. Die Führung stellt die Geschichte der Brücken vor und thematisiert die Bedeutung der Oder für die Stadtgeschichte.

Termine:
Samstag, 18. September, 13:00* Uhr
Sonntag, 19. September, 13:00* Uhr

Treffpunkt: An der westlichen Brückenbefestigung der Steinauer Straßenbrücke.

Breslau_Schleuse Dyhernfurt_Kraftwerk Breslau_BreitenbachfahrtSchubschiff.

  • Schleusen

Bis zum planmäßigen Ausbau der Oder als Wasserstraße gegen Ende des 19. Jahrhunderts änderte der Fluß häufig seinen Lauf. Zahlreiche Altoderarme zeigen die breite Ausdehnung und bei Überschwemmungen werden zahlreiche Uferbereich auch wieder überflutet. Um insbesondere den Kohletransport von Oberschlesien nach Berlin zu erleichtern wurden Staustufen gebaut. Auch die kontrollierte Wasserführung läßt Pläne für weitere Staustufen reifen. Die Führungen machen mit Staustufen verschiedener Bauphasen vertraut. Zuletzt entstanden 1956 die Schleuse und das Kraftwerk von Dyhernfurth, bereits 1934 die Schleuse von Ransern. Die Schleusen des Großschiffahrtweges um Breslau herum sind nach dem 1. Weltkrieg fertiggestellt worden, um eine schnellere Umfahrung der Innenstadt mit größeren Frachtschiffen zu ermöglichen. Sämtliche Strombauarbeiten zwischen Cosel und Crossen betreut RZGW Breslau als staatliche Wasserstraßenverwaltung.

Termine:
Dyhernfurth / Brzeg Dolny:

Samstag, 18. September, 16:00* Uhr,
Sonntag, den 19. September, 16:00 Uhr

[Zufahrt über die Fernstraße 341 von Leubus (30 min ) oder Breslau (45 min). Im Ortskern gibt es eine Wagenfähre über die Oder (längere Wartezeit möglich). Die Zufahrt zur Schleuse befindet sich östlich vom Stadtanfang beim Dorf Kresko mit Ausschildung zum Wasserkraftwerk.]

Ransern/ Rędzin: Sonntag, 19. September, 12:00 und 15:00* Uhr

[Die Zufahrt zur Schleuse befindet sich unauffällig am Dorfanfang von Ransern, ul. Piłkarzy; Zufahrt günstig über Różanka - Osobowice (Breslau- Oswitz); Empfehlung: Fahrradfahrern oder Wandern von Breslau wird das Wehr geöffnet, sodaß sie auf der linken oderseite Richtung Kozanów/Cosel den Heimweg nehmen können.]

Breslau-Rosenthal / Wrocław-Różanka:
Sonntag, 19. September, 12:00* und 15:00 Uhr

(Achtung: Die Zufahrt wird durch Bauarbeiten an der Osobowicka-Straße und im Bereich der Most Osobowicki/Osswitzer-Brücke behindert.)
 

  • Talsperre Mauer / Pilchowice

Nach dem katastrophalen Hochwasser 1897, das wie in ganz Schlesien so auch am Bober große Verwüstungen anrichtete, wurde im Rahmen des Oderausbaus 1902 bis 1912 die Talsperre Mauer errichtet. Die Führung wird vom Verein für schlesische Kunst und Kultur (VSK) ausgerichtet, der sich für eine Gedenktafel an dieser Staumauer einsetzt.

Termin:
Samstag, 18. September, 15:00* Uhr
 

  • Papiermühle Bad Reinerz / Duszniki Zdrój
     mit Papiermuseum / Muzeum Papernictwa

Seit dem frühen 17. Jahrhundert wird in den alten Holzgebäude am Ortseingang des Glatzer Kurortes handgeschöpftes Papier hergestellt. Eine Papiermühle, in der Büttenpapiere für Staatsurkunden des Reiches hergestellt wurden, wird schon 1562 urkundlich erwähnt. Das heutige Museum gibt einen Überblick über die Papierherstellung und besitzt eine Schauwerkstatt.

Termine:
Samstag und Sonntag, 18. und 19. September, 9-17 Uhr
 

 

außerhalb der Themenschwerpunkt und des engeren Regionalraumes

  • Festung Neisse

Nach der preußischen Inbesitznahme wurde Neisse ab Anfang der 1740er Jahre stark befestigt. Von den zahlreichen Festungswerken des 18. und 19. Jahrhunderts haben sich sehr interessante Abschnitte erhalten. Da es in dort heute keine Garnison mehr gibt, stellt sich dringend das Problem der zivilen Nachfolgennutzung. Vandalismus und unkontrollierter Bewuchs gefährden den Bestand. Die Führungen machen mit den weitgehend unbekannten Forts bekannt.

Termine:
Samstag, 18. September,
und Sonntag, 19. September, jeweils 13:00* Uhr

Treffpunkt ist vor der Peter- und Paul-Kirche, von dort geführter Rundgang. Festes Schuhwerk und Taschenlampe empfohlen.
 

  • Glockenturm bei St. Jacobuskirche Neisse

Neben der weithin sichtbaren gotischen Pfarrkiche St. Jakobus steht ein nie vollendeter Glockenturm. Darin entsteht nun eine Schatzkammer für das Neisser Kirchensilber. Der reichhaltige Bestand an Vasa sacra aus dem 15. bis 19. Jahrhundert überstand vermauert den Zweiten Weltkrieg. Ab 2005 sollen die wertvollen Silberschmiedearbeiten in einem speziellen Einbau im Glockenturm präsentiert werden. Zahlreiche private Spender, so die Erika Simon-Stiftung aus Rinteln, beteiligen sich an diesem Ausbau. Die Führung macht mit dem Konzept vertraut, zeigt den Baustand und läßt einen Ausblick vom Turm ins Umland zu.

Termine:
Samstag 18. September,
und Sonntag, 19. September, jeweils 16:00* Uhr

Informationen in polnischer Sprache unter www.edd.com.pl