Deutsches Kultur- und Bildungszentrum e.V.

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Schlesische Heimatsammlungen

Möglichkeiten zur Perspektivensicherung
durch Beratung und konkrete Hilfe

Schon wenige Jahre nach Flucht und Vertreibung begannen engagierte Schlesier im Westen Deutschlands damit, Erinnerungsstücke an Kultur und Alltagsleben, an Persönlichkeiten und zur Wirtschafts-, Sozial- und Religionsgeschichte ihrer Heimat zusammenzutragen. Diese Sammlungen, die seit den fünfziger Jahren teils durch private Träger, teils mit Hilfe von Patengemeinden als Heimatstuben an festen Standorten entstanden, speisten sich aus vielen verschiedenen Quellen. Einzelstücke, die Flucht und Vertreibung überdauert hatten, wurden durch kleine und große Schenkungen und durch die Findigkeit ihrer Betreuer auf vielerlei Wegen ergänzt. Ihre Bestände sind von beträchtlichem kulturhistorischen Wert, ihre zeitgeschichtliche Bedeutung liegt viel höher als der bloße Erinnerungswert für die Betroffenen.

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Blick in eine Vitrine der Heimatstube Bunzlau, Siegburg

Betreut wurden und werden diese Sammlungen von den ehrenamtlichen Kräften der ersten Jahre und ihren Helfern. Durch den Alterungsprozeß dieser Generation verringert sich ihre Zahl derzeit und besonders in Zukunft rapide.
Auch stellen wegen abnehmender Besucherzahlen und wachsender Sparzwänge nicht mehr alle Kommunen ohne weiteres die benötigten Räume zur Verfügung.

Angesichts solcher Gefahren gilt es zu verhindern, dass wertvolles schlesisches Kulturgut verloren geht. Deshalb hat HAUS SCHLESIEN erwirkt, dass zum 1. Juni 2010 im Dokumentations- und Informationszentrum für schlesische Landeskunde in Königswinter-Heisterbacherrott eine Projektstelle zur Unterstützung der schlesischen Heimatsammlungen eingerichtet worden ist. Sie wird vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) gefördert und ist mit der Historikerin Dorothee Herbert besetzt.

Die Sammlungen sollen möglichst an ihren Entstehungsorten belassen werden, da sie auch ein wichtiger Bestandteil der Zeitgeschichte der „neuen“ Heimatorte sind. Hier sei stellvertretend für viele andere Aktivitäten auf die wichtige Rolle der Schlesier beim Wiederaufbau von Städten und Wirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg hingewiesen.

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Sammlung schlesisches Glas, HAUS SCHLESIEN

HAUS SCHLESIEN möchte den Betreibern der im kulturellen Gefüge ihrer deutschen Standorte verhafteten Heimatsammlungen in der schwierigen Situation einer drohenden Auflösung der mühevoll zusammengetragenen und bewahrten Sammlungen aktiv, engagiert und ideenreich zur Seite stehen.
Mit Hilfe des vom Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM) unterstützten Projektes kann den Betreibern durch Mitarbeiter von HAUS SCHLESIEN vor Ort Hilfestellung bei Inventarisierung, Archivierung, konservatorischen und anderen Fragen geleistet werden.
 
Neben dieser museal und archivalisch ausgerichteten Zielsetzung soll das Projekt zum einen bei Bedarf eine Vermittlerfunktion zwischen den Verantwortlichen für die Heimatstuben und den zuständigen Vertretern der jeweiligen deutschen Standortgemeinden anbieten. Zum anderen sollen im Interesse der Aufrechterhaltung und des Weiterwirkens der Heimatsammlungen in Zukunft ihre öffentliche Wahrnehmung und die Kontaktpflege speziell zu Vertretern der mittleren und jungen Generationen verbessert werden.

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Zeitzeugengespräch In HAUS SCHLESIEN im Juni 2009

Mittelfristig sollen die Heimatstuben bekannter gemacht werden, um so weitere ehrenamtliche Mitarbeiter zur Weiterführung der Heimatstuben zu gewinnen. Gerade im Bereich der Zusammenarbeit mit Schulen sollte die Chance des wechselseitigen Austausches zwischen den Generationen, z.B. in Form von Zeitzeugengesprächen, genutzt werden.
Wenn trotz aller Bemühungen der Fortbestand einer Heimatstube nicht gesichert werden kann, ist HAUS SCHLESIEN zur Aufnahme von Sammlungen bereit. Vorrangiges Ziel ist, dass kein Kulturgut der Vertriebenen verloren geht.

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Dorothee Herbert

Frau Herbert ist unter 02244-886-234 für Anfragen, Informationen und Absprache von Terminen für Sie erreichbar.

Gefördert vom Bundesbeauftragten für Kultur und Medien

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